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Jetzt wird es deutlich, was uns unsere Regierung nicht sagt !
Energiewende lässt Strompreise um mindestens 70 Prozent
steigen
14.05.2012, 19:50 Uhr
Sie zahlen heute monatlich 60 Euro für Strom?
Dann dürften es in 13 Jahren schon mehr als 100 Euro sein - bei gleichem
Verbrauch. Eine Studie enthüllt: Die Strompreise
in Deutschland werden bis zum Jahr 2025 um mindestens 70 Prozent gestiegen sein.
Schuld daran seien die Kosten für die Energiewende und der geplante Ausstieg aus
der Atomkraft, heißt es in dem Gutachten des Karlsruher Instituts für
Technologie (KIT). Sie wurde von der Industrie- und Handelskammer
Baden-Württemberg in Auftrag gegeben. "Wenn die Strompreise so drastisch
steigen, fürchten wir um die Konkurrenzfähigkeit deutscher Unternehmen", sagte
der Karlsruher IHK-Präsident Bernd Bechtold.
Privat-Kunden stärker betroffen
Die Preiserhöhungen gelten laut Studie für Großkundenverträge. "Bei
Privathaushalten werden die Preise wohl noch stärker steigen, da sie keine so
hohen Rabatte aushandeln können", sagte Ingenieur Karl-Friedrich Ziegahn, der
die Studie koordinierte. Die steigenden Kosten erklärten sich sowohl aus dem
Ausbau erneuerbarer Energien als auch aus der notwendigen Erweiterung der
Stromnetze und der Subventionierung von Solar- und Windstrom.
"Wir haben aktuell schon die höchsten Strompreise in der EU", sagte Bechtold.
In Frankreich etwa koste der Strom 40 Prozent weniger. Eine solche Spanne könne
sich der Industriestandort Deutschland auf Dauer nicht leisten. "Hierauf
brauchen wir Antworten der Politik."
Sonne und Wind können Strom tageweise verbilligen
Eine Möglichkeit sei, die Preise je nach Energieproduktion zu staffeln. An
windigen oder sonnigen Tagen mit viel Strom aus erneuerbaren Energien etwa
könnten die Preise sinken. "Darauf können sich die Verbraucher dann einrichten
und energieintensive Maschinen dann einschalten", sagte Bechtold. Mit neuer
Steuerungstechnik sei das durchaus leistbar.
Die Industrie sei bereit, die Energiewende mitzutragen, sie habe allerdings
nur wenige Stellschrauben, an denen sie drehen könne, sagte Bechtold. Die größte
sei die Effizienz. An dieser Stelle leisteten die Unternehmen in
Baden-Württemberg Vorbildliches. "Die Betriebe im Südwesten sind um 22 Prozent
effizienter als die im Rest der Republik und sogar um 30 Prozent effizienter als
die in den anderen EU-Staaten."
Energieversorgung "auf Kante genäht"
Von der Politik erwarteten die Unternehmer vor allem eines:
Versorgungssicherheit. Diese sei mit der plötzlichen Energiewende infrage
gestellt worden. "Die Energieversorgung ist zurzeit auf Kante genäht. Im Februar
hätte der Ausfall eines Kraftwerks gereicht - und wir hätten einen Blackout
gehabt", sagte KIT-Vizepräsident Peter Fritz. Politik,
Wirtschaft und Wissenschaft müssten jetzt mit Hochdruck an Lösungsmodellen
arbeiten. "Manchmal glaube ich, wir haben gar nicht mehr genug Zeit."
Bericht auf t-Online gefunden am 15.05.2012 um 14.45 Uhr
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